WOHNBEBAUUNG BRESLAUERSTRASSE SÜD, KEMPTEN 1/5 Infos

Wettbewerb Breslauerstraße Süd, Kempten

In Zusammenarbeit mit Hagspiel Stachel Uhlig

 

Städtebauliche Leitidee

Der städtebauliche Entwurf soll in seiner Körnung eine Verbindung zwischen den kleinteiligen Gebäudestrukturen im Osten und Süden und der flächigen Terrassenbebauung mit der Geschosswohnungsbebauung im Westen und Norden herstellen. Der Entwurf gereift die Strukturen aus der direkt angrenzenden Einfamilienhausbebauung auf und übersetzt diese in einen größeren, für einen Geschosswohnungsbau geeigneten Maßstab. Als Reaktion auf die Dichte der nördlichen Nachbarschaft liegen die größeren Baukörper im Bereich der Breslauer Straße enger beieinander und lösen sich in Richtung Süden und Westen zu einer lockereren Bebauung auf.

Um auf den Geländeverlauf des Grundstücks und auf die unterschiedlichen Ausrichtungen der benachbarten Gebäude zu reagieren, fächern sich die Gebäude parallel zu den Höhenlinien differenziert auf. Zudem wurden die Bauten versetzt zueinander angeordnet, wodurch der Ausblick auf das Bergpanorama mit Orientierungen nach Süden und Westen für jeden der Baukörper ermöglicht wird. Gleichzeitig entstehen spannungsvolle Freiräume mit unterschiedlichen Qualitäten und Blickbeziehungen zwischen den Gebäuden.

Ebenso wie sich die Dichte der Bauten nach Süden und Westen auflöst, staffeln sich auch die Gebäudehöhen in Reaktion auf die Hanglage des Grundstücks und der umgebenden Bebauung ab. Auch die einzelnen Dächer reagieren mit den First- und Traufhöhen auf die Staffelung. So schaffen die hoch- oder runtergeführten Giebelhöhen einen Bezug zu den hangseitig angrenzenden Nachbargebäuden.

 

Konzept Sockel ⎪ Tiefgarage

Unterstützt wird die Staffelung der Häuser durch das Konzept der Tiefgarage. Diese wurde auf Grund der Hanglage auf drei Ebenen angelegt, die durch eine gemeinsame Erschließungsachse verbunden sind. Die einzelnen Ebenen der Tiefgarage schieben sich im Bereich der oberirdischen Häuser aus dem Gelände heraus und bilden somit gleichzeitig abgegrenzte, private Gartenflächen für die Wohneinheiten aus. Durch diesen Kniff wird es zudem möglich die Häuser barrierefrei von Norden zu erschließen und trotz der Lage im Hang einen ebenerdigen Gartenzugang zu gewährleisteten. Gleichzeitig entstehen durch die Sockelkanten und den sich dazwischen aufspannenden Räumen klar abgegrenzte private, halböffentliche und öffentliche Bereiche mit unterschiedlichen Gestaltungspotenzial.

Die Tiefgaragenebenen bilden somit jeweils den Sockel der darüber liegenden Häuser aus und sind mittels Aufzügen untereinander verbunden. Somit wird jedem Gebäude ein barrierefreier Zugang zum Park- und Kellerdeck ermöglicht. Auch die Einfahrt wird in das Konzept integriert. So erfolgt die Zufahrt von der Oskar-Maria-Graf-Straße über den Sockel des längsten Baukörpers, wodurch die Einfahrt in das Bauwerk integriert werden kann.

 

Wohnungsmix

Exemplarisch wird in den Grundrissen gezeigt, dass ein Wohnungsmix von 2 – 5 Zimmer-Wohnungen in den einzelnen Gebäuden realisierbar ist. Die Gebäude an der Breslauer Straße sind dabei als Vier- und Fünfspänner ausbildbar, die zwei länglichen Einzelbauten als Dreispänner und der quadratische Punktbau als Zweispänner. Die Wohneinheiten lassen sich sehr gut mit Raumstrukturen bespielen und mit dem Konzept des privaten Außenraums auf der Sockelfläche vereinen. Die infrastrukturelle Nutzung ist mit etwas 300 qm im erdgeschossigen Bereich des länglichen Gebäudeteils am Kreuzungspunkt Breslauer Straße / Oskar-Maria-Graf-Straße vorgesehen und kann bei Bedarf auf den Erdgeschossbereich des dazugehörigen Punktbaus erweitert werden.

 

Freiraumkonzept

Ausgangspunkt für das Konzept der Freianlagen ist die durch die Tiefgarage geschaffene Terrassierung. Um die Gebäude entstehen jeweils vorgelagerte private Freiflächen, die einen ruhigen Rückzugsbereich bilden. Dazwischen gibt es halböffentliche Begegnungsräume, die der Wegeführung durch das Grundstück folgen. Niedrig wüchsige Hecken (Bodendecker) folgen der Höhenstaffelung und zonieren die Freiräume. Im Inneren der Anlage gibt es eine Spielfläche für Kleinkinder und einen Gemeinschaftsbereich für vielfältige Nutzungen. Der Kinder- und Freizeitbereich befindet sich gut einsehbar am südwestlichen Grundstücksrand. Die Nähe zur Seniorenanlage wird dabei als sehr positiv betrachtet. Insgesamt können auf dem Gelände 14 neue Stellplätze für PKW sowie zu jedem Gebäude dazugehörige Fahrrad Stellplätze nachgewiesen werden.