DREIFACH SPORTHALLE, WANGEN 1/5 Infos

Städtebau

Im Jahr 2024 soll die Landesgartenschau in Wangen stattfinden.

Es ist ein neuer Grünzug geplant, der sich entlang der Argen von der Altstadt bis in das historische ERBA – Areal erstreckt. Im Zuge der städtebaulichen Neuordnung soll eine Sporthalle mit schulischer Mehrzwecknutzung entstehen. Sie dient zusammen mit dem neuen Festplatz als wichtiges Bindeglied zwischen Innenstadt und dem restlichen Gelände der Landesgartenschau.

Aufgrund der zentralen Lage und der Ergänzung durch eine multifunktionale Parkplatzfläche kommt ihr auch eine wichtige Bedeutung für vielfältige Veranstaltungen zu.  

Der Baukörper wird bewusst nicht wie bei Mehrzweckhallen üblich in den Boden versenkt, sondern die Nutzungen werden in die Höhe gestaffelt. So entsteht ein weithin über das Gelände der Landesgartenschau sichtbarer „Lampion“. Um die Wirkung zu verstärken, wird die Gebäudehülle mit einer semitransparenten, textilen Membran bespannt. Je nach Veranstaltung leuchtet so der Baukörper auch bei Nacht.

 Die Dreifachsporthalle befindet sich im obersten Geschoss. Die Multifunktionsräume und Umkleiden befinden sich im Zwischengeschoss. Durch die Anordnung weniger nötiger Räumlichkeiten wie der Küche mit Nebenräumen ist es möglich, ein freigespieltes Erdgeschoss mit Wegebeziehungen und hoher Durchlässigkeit zu erhalten.

Es kann in alle Richtungen hin geöffnet werden und das Gebäude wird somit zentraler Dreh- und Angelpunkt des Schulcampus sowie der Platzflächen.

 

Verkehr und Parkierung

Die Parkplatzflächen werden über den Aumühleweg erschlossen. Die neue multifunktionale Parkplatzfläche weist einen Großteil der geforderten Stellplätze (112 + 32) auf. Sie dient bei Veranstaltungen als zusätzliche Aufstellfläche für das Festzelt mit Infrastruktur. Der Festplatz wird nicht zum Parken genutzt, sondern die übrigen geforderten Stellplätze werden dezentral über das Wettbewerbsareal verteilt und dienen der Ergänzung bzw. schnellen Erreichbarkeit. So sind 17 Stellplätze zum zentrumsnahen Parken und zur Erreichbarkeit des Milchpilzes vorgesehen. Beim Vorplatz der Stadthalle sind zusätzliche 18 Stellplätze geplant. Die geforderten 30 Stellplätze für Fahrräder sind unter der Auskragung des Gebäudes untergebracht. Ergänzend hierzu sollen Stellplätze am Schulcampus vorgesehen werden.

 

Erschließung des Gebäudes

Der Zugang des Gebäudes erfolgt von allen vier Seiten im Erdgeschoss, über das Foyer oder die Cafeteria. Die Haupterschließung der neuen Sporthalle erfolgt über zwei Treppenhauskerne, die sich durch das gesamte Gebäude erstrecken. Das nördliche Treppenhaus dient als direkter Außenzugang für Sportler oder Schüler. Ein zweiter Fluchtweg wird durch eine außenliegende Treppenkonstruktion erreicht, die gleichzeitig im ersten Obergeschoss einen Stadtbalkon mit Umgang ausbildet. Dieser soll ganzjährig von außen für Besucher zugänglich sein.

Für die Barrierefreie Erschließung dient ein mit dem südlichen Treppenhaus gekoppelter Aufzug.

Die Anlieferung der Küche erfolgt von der Ostseite über den Aumühleweg.

 

Nutzungsverteilung / Raumprogramm

Die innere Struktur des neuen Gebäudes bildet sich nach außen ab. Im obersten Geschoss befindet sich die neue Dreifachsporthalle mit angegliederten Geräteräumen und darüberliegender Zuschauertribüne mit Regieraum. Im darunterliegenden ersten Obergeschoss befindet sich die Umkleiden, WCs und die beiden Gymnastikräume sowie nach außen der umlaufende Stadtbalkon. Dieser ist zum Festplatz hin aufgeweitet und die Fassade geöffnet.

Das Erdgeschoss mit großem Foyer und Cafeteria soll möglichst offen für vielfältige Nutzungen sein. Beide Räume sind je nach Veranstaltung zusammenschaltbar. In einem eingestellten Block befindet sich die Küche sowie Nebenräumlichkeiten. Das Café kann sowohl als Mensa für Schüler als auch vom Festplatz aus für Externe genutzt werden.    

 

Freianlagen

Die gesamten Flächen sollen an das Innenstadtbild angebunden werden und mit einheitlichen, wasserdurchlässigen Belägen versehen werden. Generell können aufgrund des kompakten Baukörpers ein Großteil der Bestandsbäume erhalten bleiben. Großzügige Baumscheiben mit Staudenbepflanzungen geben den nötigen Raum für eine weitere gute Entwicklung der Bäume. Die der Baumhalle und dem Schulcampus zugehörigen Baumscheiben sollen bekiest und über Sitzbänke ergänzt werden. Die Baumhalle soll nach Süden hin ergänzt und die Baumstandorte entlang des ehemaligen, diagonalen Aumühleweges aufgelöst werden. Die Baumreihe entlang des Schulcampus wird zugunsten der Baumhalle unterbrochen und nach Osten hin ergänzt.

Der Milchpilz erhält einen zentralen, gut erreichbaren Standort am Kreuzungspunkt zwischen Aumühleweg und Neuer Grünfuge.

 

Tragwerk – Baukonstruktion

Das Tragwerk des Entwurfs zeichnet sich durch seine primäre Verwendung von Holz aus. Die vertikale Lastabtragung für äußere Einwirkungen erfolgt über Satteldachbinder und Koppelträger sowie die entlang der Längsseiten des Gebäudes angeordneten Stützen.

In beiden Obergeschossen werden Holz-Beton-Verbunddecken aus Brettsperrholz verwendet. Diese stellen sowohl die Anforderungen der Tragfähigkeit sowie Gebrauchstauglichkeit bei sportlicher Nutzung sicher. Der Kraftfluss in den Baugrund wird über die im Raster angeordneten Wände und Unterzüge mit Stützen sichergestellt. Die Aussteifung erfolgt durch die Lastverteilung infolge der Ausbildung von Dach- und Deckenscheiben. Die Weiterleitung in vertikaler Richtung kann durch die schrägen Stützen entlang der Gebäudehülle sowie die im inneren angeordneten Wandscheiben sichergestellt werden.

Entsprechend den brandschutztechnischen Anforderungen können die Holzbauteile für die erforderlichen Feuerwiderstandszeiten ausgelegt werden. Tragende Holzbauteile werden entweder direkt durch ihre geometrische Anordnung oder über konstruktive Maßnahmen (Fundamente in Beton) vor direkter Bewitterung geschützt.

 

Brandschutz

Das Gebäude ist in Gebäudeklasse 5, Sonderbau einzustufen. Gemäß LBO in Verbindung mit LBOAVO Baden-Württemberg ist grundsätzlich die Holzbauweise möglich.

Die Bauteile sollen sämtlich vorgefertigt sein und die Anforderungen der LBO dahingehend sicher erfüllen, so dass eine Übertragung von Feuer- und Rauch über Grenzen von Brand- oder Rauchschutzbereichen (z. B. Geschossdecken, Trennwände etc.) verhindert wird.

Die erforderlichen Flucht- und Rettungswege sind über die zwei Treppenhäuser sichergestellt. Zusätzlich werden die vom Stadtbalkon ins Freie führenden Treppen für die Entfluchtung der Dreifach- Sporthalle verwendet.